"Autos und LKW werden leiser" - Europäische Regeln leider zu zaghaft

Barbara WEILER und Martina WERNER:

Die europäischen Gesetzgeber haben die Chance verpasst, ehrgeizige Lärmschutz-Regeln für Personen- und Lastkraftwagen zu beschließen. Am Mittwochabend haben die Europaabgeordneten einem neuen Gesetz zugestimmt, wonach die Geräuschgrenzwerte von Kraftfahrzeugen zwar schrittweise bis 2027 abgesenkt werden – der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission, der strengere Vorschriften vorsah, aber abgeschwächt wird.

Die europäischen Gesetzgeber haben die Chance verpasst, ehrgeizige Lärmschutz-Regeln für Personen- und Lastkraftwagen zu beschließen. Am Mittwochabend haben die Europaabgeordneten einem neuen Gesetz zugestimmt, wonach die Geräuschgrenzwerte von Kraftfahrzeugen zwar schrittweise bis 2027 abgesenkt werden – der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission, der strengere Vorschriften vorsah, aber abgeschwächt wird.

„Lärm macht krank! Ist ein Mensch auf Dauer einer lauten Geräuschkulisse ausgesetzt, kann das zu Schlafstörungen, Gehörschäden, Depressionen oder sogar zu Herzinfarkten führen", erklärt die nordhessische SPD-Europaabgeordnete Barbara WEILER. "Insbesondere Straßenlärm ist ein bedeutender Lärmfaktor. Deshalb ist es wichtig und richtig, den Lärm, den Autos und LKW verursachen, zu minimieren."

Die Lärmpegelgrenzen werden nun für PKW von 74 Dezibel schrittweise bis 2027 auf 68 Dezibel abgesenkt. Für LKW und Busse oberhalb von zwölf Tonnen wird der Wert nur um zwei Dezibel von 81 Dezibel auf 79 Dezibel gesenkt. Die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament hatten sich für kürzere Übergangsfristen und für stärkere Reduzierungen ausgesprochen.

"Der nun verabschiedete Kompromiss hätte ehrgeiziger ausfallen müssen. Ein wichtiger Schritt, um die Menschen effektiver vor gesundheitsschädlichem Fahrzeuglärm zu schützen, wurde so verpasst", kritisiert Martina WERNER, die nordhessische SPD-Kandidatin für die Europawahl am 25. Mai. Schließlich seien die technischen Möglichkeiten, leisere Motoren zu bauen, vorhanden. "Hier hätte man frühzeitig Anreize für die Hersteller schaffen müssen, damit sie diese Potentiale auch wirklich ausschöpfen. Die jetzige Reform ist nur in wenigen Punkten stärker als die bestehende – 19 Jahre alte – Gesetzgebung."

Der verabschiedete Gesetzestext beinhaltet aber auch einige positive Aspekte, wie etwa die verpflichtende Einführung des sogenannten Acoustic-Vehicle-Alerting-Systems (AVAS). Dieses System, wofür sich in erster Linie die sozialdemokratische Fraktion stark gemacht hatte, soll dafür sorgen, dass Elektro- und Hybridautos für Sehbehinderte besser wahrnehmbar sind.

Barbara WEILER: "Alles in allem sind das gute und wichtige Schritte hin zu mehr Verbraucherschutz – wenn auch nur Trippelschritte."

Veröffentlicht: 08.04.2014

© Martina Werner, MdEP
Datum des Ausdrucks: 12.08.2022