Zug um Zug mehr Wettbewerbsfähigkeit für die Bahnindustrie in Nordhessen und Europa

Hochrangige Konferenz in Brüssel diskutiert über die Resolution der SPD-Abgeordneten Martina Werner zur Lage der Branche

250 Gäste aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Politik diskutierten am Dienstagabend bei einer hochrangingen Konferenz zur ‚Wettbewerbsfähigkeit der EU-Bahnindustrie‘ über Wege, die Branche robuster gegen die staatlich unterstützte Konkurrenz aus Fernost zu machen. „Seit über 150 Jahren wird in Kassel Bahnindustriegeschichte geschrieben. Mit Henschel, Bode, Hübner, SMA Railway, Bombardier und anderen sind wichtige Arbeitgeber in unserer Region ansässig. Wenn wir auch in zehn Jahren noch von einer starken Bahnindustrie in Nordhessen und Europa sprechen wollen, müssen wir jetzt handeln“, mahnte die industriepolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten Martina WERNER in ihrer Keynote-Rede an. Die Sozialdemokratin hat eine Resolution des EU-Parlaments zur Bahnindustrie initiiert.

„Es knirscht an vielen Ecken und Enden. Chinesische Hersteller drängen mit Macht auf den EU-Markt, während asiatische Länder die Barrieren für europäische Produzenten hoch halten“, zählte Martina WERNER die großen Herausforderungen auf. „Gegen die Billigware haben wir nur eine Chance, wenn konsequent auf Innovation und Nachhaltigkeit gesetzt wird. Das muss sich im Budget von EU und Mitgliedstaaten für den Verkehrsträger Schiene widerspiegeln. Wir brauchen dringend Investitionen in Forschung und Infrastruktur.“

Die Konferenzteilnehmer waren sich einig: Es geht nicht nur um Geld. „Über 11.000 nationale Eisenbahnregeln und je nach Land unterschiedliche Zulassungsverfahren machen es unnötig teuer, eine Lok in mehreren EU-Ländern einzusetzen. Hersteller, Betreiber und Politik müssen europäischer denken und endlich einen gemeinsamen Eisenbahnraum verwirklichen. Davon profitieren am Ende neben der heimischen Industrie auch die Fahrgäste“, erläuterte Martina WERNER.

 

Hintergrund: Der Industrieausschuss im EU-Parlament hat Martina Werner zur Berichterstatterin für eine Resolution zur Lage der EU-Bahnindustrie ernannt. Darin sollen die Herausforderungen der Branche benannt und Lösungswege vorgeschlagen werden. Derzeit finden vorbereitende Gespräche mit relevanten Akteuren statt. Die Resolution wird voraussichtlich im Februar 2016 im Industrieausschuss diskutiert und anschließend im Plenum verabschiedet. Eine Veranstaltung in Nordhessen ist für Anfang 2016 geplant.

Weitere Redner bei der von der Hessischen Landesvertretung und UNIFE, dem Verband der europäischen Bahnindustrie, organisierten Konferenz waren der Vorstandsvorsitzende von Bombardier Transportation, Lutz Bertling, Johannes Hauber von der europäischen Industriegewerkschaft IndustriAll, Miroslav Fukan, Geschäftsführer eines tschechischen KMU, sowie Vertretern der EU-Kommission.

Veröffentlicht: 14.10.2015

© Martina Werner, MdEP
Datum des Ausdrucks: 12.08.2022