Martina Werner besucht Bombardier-Werk in Kassel / SPD-Politikerin zur Berichterstatterin einer EU-Parlamentsresolution zur Bahnindustrie ernannt

Nordhessen als starken Standort der Bahnindustrie sichern

Nordhessen ist ein starker Standort der Bahnindustrie! Das wurde beim Besuch der EU-Abgeordneten Martina WERNER am Freitag im Bombardier-Werk Kassel noch einmal deutlich. „Wenn irgendwo auf der Welt Züge Menschen und Güter transportieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass High-Tech ‚Made in Nordhessen‘ drin steckt. Das soll so bleiben“, unterstreicht die industriepolitische Sprecherin der SPD-Europaparlamentarier. Der Industrieausschuss im Europäischen Parlament hat deswegen vor dem Sommer beschlossen, eine Resolution zur Situation der europäischen Bahnindustrie zu erarbeiten. Martina WERNER wurde zur Berichterstatterin ernannt.

„Die Leitfrage der Resolution lautet: Was kann die EU unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und zu erhalten?,“ erläutert die Kasselerin. „Die Schiene ist der umweltfreundlichste und energieeffizienteste Transportweg. Sie ist Grundlage unserer Wirtschaft und der persönlichen Mobilität. Nicht zuletzt beschäftigt die Bahnindustrie 400.000 Menschen europaweit - viele davon in Nordhessen. Das sollte Ansporn genug sein, auf allen politischen Ebenen rasch über die bestmögliche Unterstützung nachzudenken.“

Denn die Branche steht unter starkem Druck vor allem durch Konkurrenz aus China. Viele Märkte in Drittstaaten bleiben weitgehend verschlossen, während insbesondere asiatische Wettbewerber teils mit Dumpingpreisen nach Europa drängen. Und im Heimatmarkt lahmt die Nachfrage wegen der angespannten Haushaltslage in vielen EU-Staaten.

Unbürokratische Forschungsförderung, einfachere Zulassungsverfahren beim grenzüberschreitenden Verkauf von Bahnkomponenten innerhalb der EU und eine klare Strategie, wie die Beschäftigten auf künftige Herausforderungen vorbereitet werden können - etwa die Digitalisierung der Fertigung. Das könnten Elemente einer europäischen Strategie für die Bahnindustrie sein.

„Der Besuch im Bombardier-Werk war für mich sehr wichtig. Vor Ort lässt sich besser erfahren, wo die Probleme für Unternehmen und Beschäftigte liegen“, unterstreicht Martina WERNER nach dem Gespräch mit Werksleiter Steffen Riepe und Betriebsrat Erhard Peter. „Die Resolution wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2016 im Plenum des EU-Parlaments behandelt. Bis dahin möchte ich mit möglichst vielen Vertretern der europäischen - und natürlich insbesondere der nordhessischen - Bahnindustrie ins Gespräch kommen und die Eindrücke und Anregungen in meine Arbeit einfließen lassen.“

Veröffentlicht: 14.09.2015

© Martina Werner, MdEP
Datum des Ausdrucks: 12.08.2022