Europa braucht ein Gesicht

Sozialdemokratische Kommunalpolitiker diskutieren über die EU

Bad Hersfeld. Die da in Brüssel diskutieren über den Krümmungswinkel der Gemüsegurke und wir hier in Deutschland haben nichts davon“. So oder so ähnlich lauten die Vorurteile, wenn das Gespräch auf die Europäische Union kommt. Wie man diesen begegnen kann, diskutierten interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Einladung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) im Bürgerhaus Heenes mit der Europakandidatin Martina Werner sowie der Vizelandrätin Elke Künholz. Geleitet wurde die Veranstaltung von Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch, der auch Kreischef der SGK in Hersfeld-Rotenburg ist.

Werner verwies darauf, dass die Politik der Europäischen Union und des Europaparlaments oftmals nicht genügend mit Personen in den Regionen verknüpft sei. Sie habe sich vorgenommen, dies zu ändern. Sollte sie in das Europäische Parlament gewählt werden, werde sie sich als eines ihrer Hauptziele setzen, die Politik des Europäischen Parlaments und die vielen Vorteile, die die EU auch für diese Region bietet, besser darzustellen. Im Übrigen habe man bei dieser Europawahl mit der Spitzenkandidatur von Martin Schulz die Möglichkeit, einen Deutschen an die Spitze der Kommission zu bekommen, der noch dazu einen hohen Bekanntheitsgrad in ganz Europa habe. Auch dies könne die Wahrnehmung der Europapolitik in unserem Land positiv verändern.
Dem pflichtete die Vizelandrätin Elke Künholz bei und verwies in ihrem Beitrag darüber hinaus auf die vielen, beispielsweise über das LEADER-Programm geförderten Projekte aus ihrem Tätigkeitsbereich auch hier im Landkreis. Grob gerechnet ca. € 5.000.000,- seinen seit 2010 aus Europa hierher geflossen. Sie nannte beispielhaft das Übergangsmanagement Schule – Beruf. Hierbei sei es gelungen, für viele Jugendliche einen weg abseits von Hartz IV aufzuzeigen und ihnen damit eine positive Zukunft zu ermöglichen.
In der anschließenden Diskussion wurde hervorgehoben, dass Europa besonders für einen sicheren Frieden in Europa stehe. Angemerkt wurde darüber hinaus, dass man doch viel mehr auf die positiven Seiten, auch auf die Förderung vieler kommunaler Projekte hier bei uns in Deutschland hinweisen müsse – nicht nur in Wahlkampfzeiten. „In jedem anderen Land Europas stehen große Schilder dort, wo etwas mit Europamitteln gefördert werde. Hierzulande versteckt man anscheinend lieber diese Förderung“, wie ein Teilnehmer anmerkte. Dies müsse sich grundsätzlich ändern.

Veröffentlicht: 16.05.2014

© Martina Werner, MdEP
Datum des Ausdrucks: 12.08.2022